0

Antira 2016 report #5

2016-05-28-11-29-25

Antira – Ultrà Sankt Pauli

Selbstverständlich war die Vorfreude wieder groß auf eines der Highlights dieses Jahres. Für einige Hedonisten und Feierabendkommunisten richtet sich die komplette Jahresplanung, mindestens aber die gesamte Sommerplanung, nach dem Geschehen in Lärz, für andere wiederum dreht sich der Erdball nach dem Antira. Nach dem letztjährigen Abstecher nach Kopenhagen wurde das Ding wieder zu Hause ausgetragen. Home is where our Antira is.

Etwas unerwartet ging das Antira für einige bereits am Mittwoch los. Einige Freunde von AEK und Hapoel waren bereits zugegen, dementsprechend bot sich ein entspannter Abend am Jolly selbsterklärend an. Und bereits hier war das zu spüren, was das Antira ausmacht: eine positive Grundstimmung und entsprechend gute Vibes. Und am Mittwoch kann auch noch davon ausgegangen werden, dass der Faktor Vorfreude auf die kommenden Tage das ganze umso schöner macht.

Ein ordentliches Bündel an Aktivitäten abseits des Platzes wurde in der Vorbereitung aus dem Hut gezaubert. An dieser Stelle schon mal das erste große Danke! An alle Beteiligten für die Organisation des vielfältigen Programms! Neben den Partys und Konzerten gab es in diesem Jahr erstmalig die Ausstellung „Fußball in Hamburg im Nationalsozialismus“ in der Gegengerade zu sehen, ein neu gestalteter Graffiti-Corner in der Süd- und Nordkurve sowie die Chill-out Lounge mit Filmen verschiedenster Gruppen (sehr geil gemacht!). Nicht zu vergessen die Besichtigung der KZ-Gedenkstätte in Neuengamme, die auf reges Interesse (insbesondere unserer internationalen Gäste) gestoßen ist.

Thematisch haben sich die Podiumsdiskussionen und Vorträge diesjährig an aktuellen Themen wie Fan-Karte und Möglichkeiten europaweiter Solidarität mit Geflüchteten orientiert. Beides sind Themen, die in vielen Kurven zu wichtigen Auseinandersetzungen geführt und unterschiedlichste Aktivitäten in Gang gebracht haben.

Ein Rückblick in die faschistische Geschichte der BRD gaben die Zeitzeug*innen Bert Woudstra aus Enschede und die allbekannte Esther Bejerano mit ihren Freunden von der Microphone Mafia.

Wie jedes Jahr gibt gab es auch in diesem Jahr die ein oder anderen Überraschungsbesuch. Die Ultras von Sakhnin beispielsweise, erstmals als Gruppe zu Besuch beim Antira und enge Freunde unserer Homies aus Tel Aviv. Sie erschienen zahlreich und hatten bereits nach dem ersten Tag richtig Bock auf das mehr. Ich bin auf das Antira im nächsten Jahr, irgendwo zwischen Wüste und Mauer, gespannt. Die Vorfreude darauf ist bereits jetzt schon riesig!